Reiseberichte

Machen Sie sich ein Bild von unseren Reisen

Reise nach Würzburg

Sozusagen als Premiere – da eine solche Fahrt zum ersten Mal nicht mit einem Reisebus unternommen wurde – ging es am Vormittag des 1. Mai 2014 mit zwei Kleinbussen zu einem viertägigen Aufenthalt in Würzburg und dessen Umgebung. Hierbei fuhren wir zunächst zum Hotel „Kapellenberg“ – unserem Domizil. Dies befand sich am Rande von Eibelstadt – einem kleinen Städtchen, das sich zehn Kilometer vor Würzburg befindet und überwiegend von Weinbergen umgeben ist. Dort erwartete uns zur Stärkung bereits ein reichhaltiges kaltes Büffet.

Nach der üblichen Zimmerverteilung und einer mehr oder weniger geruhsamen Pause des Verweilens stand eine Führung durch einen der nahen Weinberge auf dem Programm, die jedoch wegen eines heftigen Regen buchstäblich ins Wasser zu fielen schien. Doch oh Wunder – als die Führerin kam, verzogen sich die Wolken und die Sonne kam sogar hervor.

So ging es durch die Anhöhen vor Eibelstadt, die die SchieberInnen schon ein wenig ins Schwitzen brachten. Doch die Pausen, die durch die interessanten Ausführungen der Führerin entstanden, dienten zugleich als Erholungsphasen. Dabei war auch zu erfahren, dass es unterschiedliche Ansichten dazu gibt, ob das Umfeld des Weinstocks völlig von Pflanzen befreit sein soll oder nicht. Des Weiteren wurden wir beispielsweise über die unterschiedlichen Rebstöcke informiert, die dort verwendet werden.

Und weil eine solche Führung offensichtlich weindurstig macht, bedurfte es nur eines Anrufs der Führerin. Alsbald erschien Bacchus – dieser gilt als Gottes des Weines – in Gestalt ihres Mannes. Dieser brachte nicht nur Wein und Mineralwasser mit, sondern auch entsprechende Gläser. Damit endete dann auch diese informative Führung.

Abends gab es in dem Hotel abwechslungsreiche Vier-Gänge-Menüs, die sich ziemlich in die Länge zogen. Vermutlich sollte während dessen einiges an Getränken konsumiert werden, doch dieses Ansinnen dürfte nicht allzu sehr den Erwartungen des Hauses entsprochen haben. Jedenfalls waren nach dem Essen größere Unternehmungen nicht mehr möglich.

Stadtansicht mit dem „Alten Kranen“Anderntags stand die Stadtbesichtigung von Würzburg auf dem Programm. Dabei ging es von einen Parkplatz am Main in die Altstadt, wobei wir Interessantes über diese Stadt erfuhren. So wurde die Mainmetropole 704 erstmals als „Virteburch“ erwähnt. Vor etwa 1500 waren die dortigen Lebensumstände durch das Hochstift geprägt. Dieser Epoche folgte unter den Fürstbischöfen Julius Echter von Mespelbrunn (1545-1617) und Johann Phillip von Schönborn (1605-1673) eine Neuordnung. Dies wirkte bis ins 18. Jahrhundert hinein, in dem Würzburg seine Glanzzeit erlebte. Noch heute lässt sich dies in der Altstadt erahnen.

Unterdessen ging es über die Alte Mainbrücke, die um 1730 die charakteristischen barocken Heiligenfiguren erhielt, zur Altstadt – heute ist sie für Autos gesperrt. Zuvor blickten wir noch zur Wallfahrtskirche Käpple und zur Festung Marienberg hoch – einer einstigen Fliehburg. Das nächste Ziel war der Dom mit seiner Doppelturmfassade. St. Kilian ist die Bischofskirche des Bistums Würzburg und zählt mit seiner Gesamtlänge von 105 Metern zu dem viertgrößten romanischen Kirchengebäude Deutschlands. Seine Baugeschichte reicht übrigens bis ins Jahr 1040 zurück. Durch einige Gassen gelangten wir dann zum Marktplatz – auf diesem gibt es regelmäßig Märkte sowie andere kulturelle Veranstaltungen. Dieser Platz gliedert sich in den Oberen und den Unteren Markt. Zunächst erblickten wir das sog. Falkenhaus mit seiner stuckverzierten Fassade. Darin ist übrigens die Tourist-Information untergebracht, die barrierefrei erreichbar ist. Auf dem Unteren Markt sind zwei weitere Baudenkmäler erwähnenswert. Dies ist einmal der klassizistische Obelisk-Brunnen – bestehend aus einem etwa 15 Meter hohen Obelisk und zwei schlichten Brunnenschalen. Gegenüber befindet sich die gotische Marienkapelle – ein größerer Kirchenbau aus Backstein, der zwischen 1377 und 1480 errichtet wurde. Diese wird auch Bürgerkirche genannt, da ihr die Würzburger Bischöfe keine Pfarreirechte verliehen haben. Damit endete die Stadtführung.

Die Zeit bis zur Rückfahrt ins Hotel stand nun zur freien Verfügung und wurde zunächst für eine leibliche Stärkung genutzt. Da die Sonne einladend schien, waren wohl die Plätze außerhalb der großen Sonnenschirme begehrt. Doch die Freude darüber wehrte nicht allzu lange – wegen eines heftigen Regenschauers. Doch dann war wieder eitler Sonnenschein, der zu diversen Unternehmungen animierte. Ziemlich viele statteten dann noch dem „Caféhaus Brückenbäck“ (barrierefrei mit WC) bei der Alten Brücke einen Besuch ab.

Die Residenz mit HofgartenDass am dritten Tag die Residenz besichtigt wurde, traf sich ganz gut – wehte doch ein ziemlich frischer Wind, der nicht allzu einladend war. Also nix wie rein, in die hochherrschaftlichen Gemächer. Da es hier keine spezielle Führung für unsere Gruppe gab, musste sich der Führer erst auf unsere Besonderheiten einstellen, was ihm zusehends gelang – war er doch recht bemüht, dass die Rollstuhl-BenutzerInnen eine gute Sicht hatten. Das Ausmaß der Räume und vor allem deren Ausstattung waren schon beeindruckend – allerdings fragt es sich, wie wohnlich diese tatsächlich waren. Auftraggeber dieses Barockbaus, der nach Plänen des Hofarchitekten Balthasar Neumann 1719 begonnen wurde, war übrigens Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn (1673-1724).

Anschließend ging es noch kurz in den angrenzenden Hofgarten, dessen Charakteristik in den unterschiedlichen Gartenpartien besteht, die aber in sich geschlossen sind. Zu der Residenz gehört auch eine Hofkirche, die 1743 geweiht wurde. Besonders hinsichtlich der besonderen Raumausgestaltung zählt dieses Gotteshaus in Deutschland zu den vollkommensten Sakralbauten des 18. Jahrhunderts. Manche wären wohl noch länger in dieser Kirche geblieben, doch wegen einer bevorstehenden Trauung war dies jedoch nicht möglich. Wie es Klaus gefällt – mit Alice beim Lügenstein-Brunnen Da wir nachmittags wieder im Hotel waren, bot sich noch eine Stippvisite in Eibelstadt – der kleinsten Stadt Bayerns – an. Eva las unterwegs Interessantes über die Stadtgeschichte vor. Innerhalb der vollständig erhaltenen Stadtmauer konnten wir sowohl stattliche als auch verspielte Repräsentationsbauten aus vergangenen Jahrhunderten sowie das Maintor bewundern. Letzteres ist eines von den drei Toren – entstanden ist dieses um 1510 bis 1520. Neben dem Marktplatz, den die Mariensäule mit dem goldenen Strahlenkranz ziert, sei noch der Lügenstein-Brunnen am Heumarkt von 2008 erwähnt. Damit soll an die berühmteste Fossilienfälschungsaffäre der Wissenschaftsgeschichte erinnert werden, die sich 1725 ereignet haben soll. Nicht minder kurios ist das Wein- und Steuer-Glöckchen aus dem 14. Jahrhundert. Dies hängt im Dachtürmchen des Rathauses und erinnert noch heute an die alte Form der Steuereinhebung. Abgerundet wurde diese Stadterkundung mit dem Besuch eines gemütlichen Weinlokals.

Der letzte Tag dieser Kurzreise war ein warmer und sonniger Frühlingstag – also gerade passend für den Besuch des Rokokogartens in Veitshöchheim, von dem es heißt, er sei der schönste Europas. Darin gibt es auch ein Sommerschloss, das in den Jahren 1680 bis 1682 erbaut und durch den Architekten Balthasar Neumann 1753 vergrößert wurde.

Etwa um 1760 entstand dann für den Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim dieser Rokokogarten, in dem sich um die 300 Sandsteinskulpturen befinden. Charakteristisch für diesen Park sind aber auch die Brunnen, Wasserspiele, Pavillons und Rondelle – aber auch künstliche Ruinen und eine Grottenanlage. Dieser Rokokogarten, der durch seine Lauben und Heckenkabinette das damalige Bedürfnis nach Privatheit und Abgeschiedenheit widerspiegelt, war schon ein eindrucksvolles Erlebnis – nicht zuletzt durch die anschauliche Führung von Alice.

Um sich noch vor der Rückfahrt nach München noch zu stärken, suchte ein kleiner Teil der Gruppe – zwecks barrierefreien WC – gleich in der Nähe des Parks ein Lokal auf, bei dem man auch draußen sitzen konnte. Den Rest zog es zum Main, wo sich auch gut speisen ließ. Somit gingen vier wissenswerte und erlebnisvolle Tage zu Ende.

Abschließend noch Hinweise zur Barrierefreiheit: Während die Residenz in Würzburg barrierefrei erreichbar ist, ist dies beim Schloss in Veitshöchheim nicht der Fall – im Rokokogarten gibt es ein barrierefreies WC (Euro-Schlüssel).

Werner Müller

Reise nach Lermoos vom 21.09 bis 28.09.2013 im Sporthotel Zugspitze

Am Samstag, erst um 11.00 Uhr, ging unsere Reise los. Das Hotel empfing uns bei strahlendem Sonnenschein mit Kaffee und Apfelstrudel, den wir auf der Terrasse genießen konnten. Nach einem Spaziergang im Moos ging abends die Schlemmerei mit einem leckeren Fünfgänge-Menue weiter.

Wiederum bei Sonne fuhren wir am Sonntag in der Gondel auf die Ehrwalder Alm. Nach einem Spaziergang um den Almsee genossen wir die Jause bei Oktoberfestmusik in der Ehrwalder Alm.

Am Montag genossen wir per Schiff und zu Fuß den Forggensee und erlebten dort einen schönen Tag.

Der Dienstag war das absolute Highlight dieser Woche. Wir fuhren mit der Gondel auf die Zugspitze, wobei wir ein herrliches Rundpanorama bei 160 km Fernsicht bewunderten. Bei herrlichem Wetter konnten wir bis zur Schweiz sehen. Nach einem Besuch des Museums und einem schönen Tag auf der Zugspitze fuhren wir wieder mit der Gondel nach unten. Ein Tag, den ich nicht mehr vergessen werde.

Am Mittwoch war unser freier Tag, den wir im und ums Hotel herum verbummelten.

Leider verließ uns nun der Sonnenschein und so fuhren wir am Donnerstag ins Geigenbaumuseum nach Mittenwald. Hier sahen wir die einzelnen Schritte, wie die Musikinstrumente handwerklich gebaut wurden. Ein Film im Museum informierte uns darüber, wie noch heute in einer Geigenbauschule Kenntnisse im Instrumentenbau vermittelt und musikalische Förderung geleistet werden. Anschließend zeigte uns Alfred, ein Mitreisender, noch einzelne Stationen seiner Kindheit, da Mittenwald seine Heimat ist. Es war ein schöner Tag in Mittenwald, wenn es auch mal kurz geregnet hat.

Am Freitag fuhren wir noch nach Wattens in die Swardowski Kristallwelten, an denen auch Andre Heller beteiligt war. Hier wurde eine glitzernde Kristallwelt geschaffen, die die Besucher verzauberten und an Wunder glauben ließ.

Am Samstag fuhren wir wieder nachhause und eine wunderbare Urlaubsreise war beendet.

06.09.2013
Margit Allstädt

Erlebnisreiche Tage in Südtirol

Eigentlich sollte 2013 die erste Siloah-Reise (22. – 29. Juni) in die Sächsische Schweiz gehen, doch wegen dem dortigen Hochwasser im Juni musste ein anders Ziel gesucht werden. Dieses fand Eva-Maria Heimann auch schnell in der Weinregion Kaltern in Südtirol. Unser dortiges Domizil war das rollstuhlgerechte Hotel „Masatsch“ bei Kaltern an der Weinstraße. Darin waren wir nicht nur gut untergebracht, sondern es gab auch sehr schmackhafte Mahlzeiten. Dieses Gästehaus ist zudem ein sog. Integrationshotel, in dem auch Menschen mit leichten Einschränkungen angestellt sind. Von dort aus machten wir mit dem Bus größere und kleinere Ausflüge.

Um die nähere Umgebung des Hotels kennen zu lernen ging es zunächst an den Kalterer See, an dem eigentlich eine Wanderung geplant war. Doch die sommerlichen Temperaturen hielten die meisten von diesem Vorhaben ab – nur einige trotzten der Hitze und kämpften sich durch das Gelände. Manche gingen sogar zu Fuß und rollstuhlschiebend zum Hotel zurück. Dabei waren sie schon einige Zeit unterwegs und zudem ging es durch eine hügelige Landschaft. Die anderen widmeten sich der „Wirtschaftskunde“, indem sie sich in den nächstgelegenen Lokalen gut gehen ließen. Ein Café hatte eine erhöhte Terrasse, die einen schönen Blick über den See bot.

Tags darauf schien der Sommer eine Pause einzulegen – jedenfalls war es merklich kühler und der Himmel bewölkt. Doch dies hielt uns nicht davon ab, die Trauttmansdorffer Gärten zu besuchen, die nur den sprichwörtlichen Katzensprung von Meran entfernt sind. Dort gruppieren sich über 80 Gartenlandschaften um das Schloss Trauttmansdorff, das von der österreichischen Kaiserin Elisabeth des Öfteren besucht wurde. In den dortigen Anlagen wachsen Pflanzen aus aller Welt. Letztlich sind diese Gärten eine Mischung aus botanischen Anlagen und Freizeitattraktion.

Nach so viel Natur war es nun an der Zeit, eine Stadt zu besuchen. So fuhren wir in die südtiroler Landeshauptstadt Bozen. Im Mittelpunkt dieses Aufenthaltes stand einiges Sehenswertes in der malerischen Altstadt. Alice ist unsere Fremdenführerin, sie führte uns zum Waltherplatz, in die Laubengasse und später zur Gletschermumie „Ötzi“, die 1991 in den Ötztaler Alpen gefunden wurde. Doch zunächst zum Waltherplatz, der nach Walther von der Vogelweide benannt ist, der als der bedeutendste deutschsprachige Lyriker des Mittelalters gilt, Im Mittelpunkt dieses Platzes, der die „gute Stube“ von Bozen genannt wird, befindet sich das Denkmal des Dichters. Einen weiteren Blickfang bildet der Dom Maria Himmelfahrt, der das Wahrzeichen von Bozen ist. Zudem wird dieser Kirchenbau als ein Juwel romanischer und gotischer Baukunst bezeichnet. Auf diesem Platz finden übrigens auch verschiedene Märkte statt. Weiter ging es dann zur Laubengasse, die nicht nur als eine exquisite Einkaufsmeile gesehen werden sollte. So erzählte uns Alice auch einiges Interessantes über diese Gasse, deren Häuser und dem Obstmarkt mit seinen vielfältigen Angebot an Früchten und Gemüse. Dieser täglich stattfindende Markt kreuzt übrigens die Laubengasse. Während der Mittagspause probierten die meisten aus, was Bozen kulinarisch so zu bieten hat. Nun ging es in das barrierefreie Archäologiemuseum, in dem der „Ötzi“ einen Schwerpunkt bildet. In zwei Gruppen erfuhren wir über diese Mumie alles Wissenswerte- so auch, welche Kleidung der getragen hatte. Anschließend blieb dann Zeit, um Bozen noch selbst zu erkunden.

Da wir ja in einer Weinregion waren, bot sich auch eine Verkostung des edlen Rebensaftes an. Auch wenn unser Busfahrer an diesen Tag seinen Ruhetag einlegen musste, konnte er uns dennoch in das nahe gelegene Kaltern bringen. Je nach Gusto konnten wir dort verschiedene Weine und Traubensäfte probieren. Dann ging es zu Fuß und rollstuhlschiebend zu der altbekannten Jausenstation „Christl im Loch“, die inmitten von Obst- und Weinbergen gelegen ist. Dort stärkten wir uns für den Heimweg, der noch vor uns lag. Auch wenn dabei einige Steigungen überwunden werden müssten, wurden wir doch mit einigen herrlichen Ausblicken in das Umland entschädigt.

Wie schon erwähnt, waren wir bei dem Besuch der Trauttmansdorffer Gärten von Meran nur einen Katzensprung entfernt. Diese als sonnig beschriebene Kurstadt, in der schon Könige und Filmstars zu Gast waren, wollten wir dann drei Tage später näher erkunden. Nun ja, von der Sonne war an diesem Tag wenig zu sehen. Es sah eher nach Regen aus, doch zum Glück fielen dann nur ein paar Tropfen. Dennoch konnte an der Promenade mit seinen Blumenrabatten, Cafes und prächtigen Gebäuden das südliche Flair nicht in vollen Zügen genossen werden. Deshalb zog es uns bald in die dortige Laubengasse, in der einst unter den Lauben hauptsächlich Handel und Handwerk betrieben wurde. Heute ist es dort so ähnlich wie in Bozen. Beeindruckend war während der Dämmerung die Stimmung an der Promenade, an der der Fluss namens Passer entlang fließt. Zudem wurden einige Gebäude von Scheinwerfern angestrahlt. Dies war auch ein schöner Abschluss der beeindruckenden Tage in Südtirol.

Bleibt noch zu erwähnen, dass bei der Hinfahrt in Sterzing und bei der Rückreise in Brixen ein Zwischenhalt eingelegt wurde. Während das erstgenannte Städtchen seit alters her als eine wichtige Handelsstadt galt, zählt das letztgenannte zu den ältesten Städten von Tirol. Vor allem für Brixen hätte es mehr Zeit bedurft, um alles genauer in Augenschein nehmen zu können.

Hinweise für Rollstuhl-BenutzerInnen
Ein Behinderten-WC gibt es: am Kalterer See beim öffentlichen Badestrand Lido; in den Lokalitäten der Trauttmansdorffer Gärten (dort ist auch fast alles barrierefrei angelegt und kann auch mit dem Elektro-Rolli erkundet werden); der Touristik-Information zufolge soll es dies in Bozen am Waltherplatz im Stadthotel oder im 1. Stock vom Parkplatz P3 geben; in der Jausenstation Christl im Loch3 (Unterplanitzing 43, Kaltern); bei der Kurverwaltung von Meran; in Sterzing u. Brixen jeweils außerhalb der Altstadt beim Busparkplatz

Werner Müller

Podersdorf am Neusiedler See 17.09. – 24.09.2011

Nach einem ruhigen Anreisetag kamen wir sogar eine Stunde früher als geplant an, so dass wir genug Zeit hatten, die Zimmer zu belegen und anzukommen. Bereits während der Hinfahrt konnten wir zwischen drei Hauptmenüs des Abendessens wählen. Nach dem sehr leckeren Essen spazierten viele von uns zu dem großen Weinfest, das an diesem Wochenende im Dorf stattfand und trafen uns dort zu einem fröhlichen Plausch.

Der erste Tag begann mit einem ausgiebigen Frühstücksbuffet. Um 10 Uhr versammelten wir uns beim Bus, da der Chef des Hotels sich freundlicherweise angeboten hatte, uns in den Nationalpark am Neusiedler See zu lotsen. Der Weg wurde ziemlich schmal – au Backe, ob das gut geht mit unserem riesigen Bus!? Der Gegenverkehr kam nur sehr mühsam vorbei, eine geeignete Parkbucht war nicht zu finden. Während die arme Gritt sich abrackerte, bestaunten wir hoch oben im Bus die weite, steppenartige Landschaft. Wie ein glattes Tuch lag eine große Salzlake des Neusiedler Sees ausgebreitet, umgeben von tausenden violett blühenden Salzastern. Mit viel Geduld und Glück fanden wir schließlich doch noch eine Parkgelegenheit, so dass wir gemütlich zur Aussichtsplattform wandern konnten. Das Wetter war herrlich! Auch zahlreiche Vögel konnten wir in der Ferne auf dem Wasser beobachten.

Anschließend besuchten wir das Dorfmuseum in Mönchshofen. Hier wurden liebevoll alte Werkzeuge, Möbel und Accessoires aus Urgroßmutters Zeit zusammengetragen und verschiedene Handwerksbetriebe, sowie Wohnräume und Ställe gezeigt. Bevor wir dann ins Hotel zurück fuhren, ließen wir uns die handgemachten Wachterln mit Kaffee schmecken. Zurück in Podersdorf hatten wir noch Zeit bis zum Abendessen, so dass einige von uns zum Baden gingen. – Das Hotel liegt wunderbarerweise direkt am Neusiedler See.

Leider wurde es am nächsten Tag ziemlich kalt und wir mussten uns für den Ausflug nach Eisenstadt warm anziehen. Dennoch hat uns das Städtchen mit seinem Schloss Esterhazy gut gefallen.

Am folgenden Tag stand ein besonderer Tagesausflug auf dem Programm: Sopron (gesprochen: „Schopron“, früher auch Ödenburg genannt), eine kleine gemütliche Grenzstadt in Ungarn. Kaum eine andere ungarische Stadt hat ihr von Mittelalter und Barock geprägtes Antlitz so gut bewahren können. Dort ließen wir uns von einem netten Führer die Stadt zeigen. Von den vielen Eindrücken doch ganz schön erledigt, erholten wir uns in einem sehr schönen Lokal mit ausgezeichnetem Essen. Abends im Hotel gab es dann Livemusik und Tanz. – Die Siloahner waren natürlich ganz vorn mit dabei und haben den anwesenden Senioren im Speisesaal richtig eingeheizt! Auch dem Personal hat dieser Abend offensichtlich richtig Spaß gemacht!

Nach dieser durchtanzten Nacht stand uns der nächsten Tag zu unserer freien Verfügung, da unsere Gritt, Busfahrerin und Straßencowboy, ihren verdienten Ruhetag hatte. So schliefen einige sich aus, während andere sich am stürmischen Wasser aufhielten und wie im Rausch mit den Surfern und Skypesurfern mitfieberten, die im Affenzahn am Ufer entlang bretterten und Saltos schlugen. Ich bekomme jetzt noch Herzklopfen, wenn ich daran denke! Diese Ecke am Neusiedler See ist ja die windreichste Gegend in Europa; durch das enge Donautal werden die Windströmungen wie in einer Düse verstärkt.

Gegen Mittag beruhigte sich das Wetter erstaunlich schnell, sogar die Sonne schien von einem blauen, stürmisch zerfetzten Wolkenhimmel, so dass die kleine Schiffsrundfahrt ein voller Genuss wurde. Gegen 16 Uhr gab es eine Kaffeejause im Hotel. Es war sogar so warm, dass auf der Terrasse aufgedeckt wurde. – Und was für eine Verführung: die Kuchen und Torten waren richtig lecker!! Da läuft einigen sicher heute noch das Wasser im Munde zusammen. Da am nächsten Tag der zweite große Tagesausflug anstand, es soll nach Wien gehen, besorgten sich alle im Laufe des Tages eine Brotzeit im Dorf. So lernten wir den Ort Podersdorf mit seinen für diese Gegend typischen, schlichten, bunten Häuschen kennen und trafen uns – wie sollte es auch anders sein, in einem Kaffee wieder.

Die Fahrt nach Wien verlief ohne Probleme und wir kamen gut dort an. In Wien selbst aber wurde es chaotisch: Die vielen engen Straßen, oft Einbahnstraßen, waren vollgestopft mit Autos. Außerdem gab es eine Demo in der Innenstadt, weshalb Straßen gesperrt waren. Die Stadtführung, die vom Bus aus durchgeführt wurde, geriet so zu einer echten Geduldsprobe. Als wir dann nach endlich aussteigen konnten, waren alle erleichtert, sich für eine Stunde die Beine in der Weaner Fußgängerzone vertreten zu können und frische Luft zu schnuppern. Das Wetter blieb uns hold, so dass wir gutgelaunt wieder ins Hotel zurück fuhren.

Der letzte Tag in Podersdorf gestaltete sich nach den Strapazen des vergangenen Tages angenehm ruhig, was von vielen dankbar angenommen wurde. Es fand eine Führung im Nationalpark am Neusiedler See statt. Wir besuchten die gleiche Salzlake wie am ersten Tag, doch diesmal von der gegenüberliegenden, dem Neusiedler See zugewandte Seite. Mit dem Bus fuhren wir hin und erfuhren viel Interessantes über die Entstehung des Neusiedler Sees und auch, warum sein Wasser leicht salzhaltig ist. Daraus ist eine besonders vielfältige und faszinierende Artenvielfalt entstanden. Viele zehntausende Gänse überwintern hier, da der Winter durch den See sehr mild ist. Wenn sie dann an einem Tag aufbrechen, nach Süden, muss das ein imposanter Anblick sein!

Nach der fröhlichen und anschaulichen Führung beschloss ein Großteil zu Fuß zurückzugehen, da es zum Hotel nicht allzu weit weg war. Unterwegs lud uns eine romantische kleine Winzerei am See mit sonniger Terrasse zu einer Brotzeit ein.

Am letzten Abend im Hotel verwöhnte uns die Wirtsfamilie mit einer zünftigen Brettljause und wir erfuhren bei einer feuchtfröhlichen Verkostung alles über die einheimischen Weine des Gebietes am Neusiedler See.

Tja, die Siloahner sind halt richtige Genussbolzen! Euch bis zum nächsten Bericht alles Gute!