Geschichte

ab 1971
Der „Arbeitskreis Behinderte“ (=AKB) veranstaltet im Rahmen des Münchner Bildungswerks regelmäßig Aktionen, Abende, Wochenendfreizeiten und Gruppenreisen rund um das Generalthema „Begegnungen und gemeinsames Erleben von behinderten und nichtbehinderten jungen Erwachsenen“. Bald entsteht aus den häufigen Treffs unter anderem ein monatlicher „Stammtisch“.

Gert Gruber
1976/1977
Einer der Kern-Mitarbeiter im AKB, der angehende Sozialpädagoge Gert Gruber – der 1972/73 sein Jahrespraktikum beim AKB gemacht hatte – fährt mit einer Stuttgarter Behindertengruppe erstmals nach Cunit/Spanien und entwickelt daraus die Idee, solche größeren Unternehmungen regelmäßig zu organisieren – was er in den Folgejahren, oft gemeinsam mit dem AKB, in die Tat umsetzt. Daraus entsteht der „Freundeskreis Cunit“ – sowie immer stärker der Wunsch und das Bedürfnis nach eigenen Räumlichkeiten.

Januar 1979
Um ihrer Initiative der bewussten Begegnung von behinderten und nichtbehinderten jungen Erwachsenen einen geordnete(re)n strukturellen und finanziellen Rahmen zu geben und ein „solideres Fundament“ zu schaffen, gründen Gert Gruber und Jürgen Pfefferlein mit Freunden, teils auch vom AKB, einen gemeinnützigen Verein, die „Fördergemeinschaft Cunit e.V.“ (=FGC). Dies erweitert die Möglichkeit, sich um Öffentliche Gelder, aber auch um Spenden, Bußgelder usw. zu bemühen, wie sie ein Privatmann kaum hat. Es stärkt aber natürlich auch das Bewusstsein einer verbindlicheren Verantwortlichkeit für das ganze Unternehmen. Der Verein schließt sich alsbald dem großen Dachverband der Diakonie – Innere Mission – an und unterstützt den Freundeskreis Cunit bei seinen Aktivitäten.

ab 1979
Neben vielen Aktionen, Wochenenden und Veranstaltungen rund um München werden alsbald eine Fülle von Freizeiten, Reisen und Urlaubsfahrten von Behinderten und Nichtbehinderten im In- und Ausland unternommen – so standen z.B. Kirchentage, Bayerischer Wald, Oberbayern und Zugspitze, Salzburg, wiederholt Spanien, aber auch Ungarn, Tunesien, Türkei, Sardinien, Provence, Finnland und Israel auf dem Programm. Für die jeweils so wichtigen Nachtreffen, die vielen Sitzungen, die Redaktion von Veröffentlichungen, aber auch für Einzelgespräche oder für geselliges Zusammensein haben FGC und AKB immer noch keine eigenen Räumlichkeiten und keine eigene Begegnungsstätte.

Mai 1982
Die lange heranreifenden Überlegungen und Konzeptionen für einen eigenen „Ort der Begegnung“ münden in das so genannte Projekt-Team, dessen acht feste Mitarbeiter (aus AKB und FGC) zahlreiche Gespräche mit wichtigen Persönlichkeiten und Institutionen führen, wie zum Beispiel dem damaligen Münchner Oberbürgermeister Kiesl, dem kath. Erzbischof Wetter und dem evang-luth. Landesbischof Hanselmann oder mit entscheidungsbefugten Stellen bei der Stadt München und der Diakonie. Sie bemühen sich darum, die notwendigen finanziellen Voraussetzungen zu klären und eine konkrete und tragfähige Gesamtkonzeption zu erarbeiten – für die sie schließlich den Namen „Siloah“ finden. Der Name bezieht sich auf den Teich Schiloach in der Nähe von Jerusalem, an dem (laut Joh.9) ein Blinder durch Jesus geheilt wurde.

Februar 1983
Die Mitgliederversammlung der FGC nimmt das Projekt „Siloah“ einstimmig als weiteren Vereinszweck in ihre Satzung auf, und bald darauf entdeckt Gert Gruber tatsächlich einen geeignet erscheinenden Laden, der zu mieten wäre – die finanzielle Grundlage ist für ein halbes(!) Jahr gesichert und scheint auch längerfristig immerhin relativ aussichtsreich…

18. März 1983
Es ist soweit: Mit Gültigkeit zum 1. April wird der Mietvertrag für den „Ökumenischen Begegnungsladen für Behinderte und Nichtbehinderte“ in der Schmied-Kochel-Straße in Sendling unterschrieben; Träger sind AKB und FGC gemeinsam. Bald schon bilden sich – neben dem festen wöchentlichen Termin „Teestube“ (heute: „Themenabend“) – Arbeitskreise verschiedener Thematiken (AK Frieden, AK Umwelt, Theatergruppe, Malgruppe usw.), die sich dann über Jahre hinweg regelmäßig im Siloah treffen.
Der Begegnungsladen steht unter der sozial-pädagogischen Gesamtleitung von Gert Gruber. Er dient beiden Gruppierungen als Büro, wird Sitz des AKB-Jahres-praktikanten – und wird immer wieder Rollstuhlgerechter umgebaut. Vor allem aber entwickelt sich in den folgenden Jahren ein immer reichhaltigeres und vielfältigeres Programm- und Veranstaltungsangebot, das Siloah zu einem Treffpunkt werden lässt, der nicht nur in der Szene einen Namen hat, sondern auch von der Stadt München anerkannt und gefördert wird.

November 1983
Offizielle Einweihungsfeier mit ökumenischem Gottesdienst.

Juli 1984
Der AKB konstituiert sich ebenfalls als eingetragener Verein, um den Mietvertrag für Siloah eigenverantwortlich mittragen zu können.

ab 1986
Siloah erhält einen eigenen „Zivi“.

Februar 1987
Ilse Busse startet ihr Töpfergruppen-Angebot, das auch heute noch stattfindet.

ab Oktober 1991
Der „Siloah-Treff“ am Freitag wird zum festen monatlichen Ereignis.

März 1992
Siloah muss aus finanziellen Gründen verkleinert werden, der Verein „Sozialpädagogisch Betreutes Wohnen“ übernimmt die Hälfte der Räume.

Januar 1993
Der AKB scheidet aus finanziellen Gründen aus (er ist praktisch nur noch Untermieter), somit wird die FGC alleiniger Träger des Begegnungsladens.

Juli 1993
Jubiläumsfest „10 Jahre Siloah“ in der Himmelfahrtskirche in Sendling, mit rumänisch-bulgarischen Volkstänzen und der Theatergruppe „Kultur auf Rädern“.

Oktober 1993
Susi Glas übernimmt die verantwortliche Leitung der „Teestube“, was sich bis heute nicht geändert hat.

November 1994
Die 500. „Teestube“ wird gebührend gefeiert – und Siloah platzt wieder einmal „aus allen Nähten“.

Reise nach New York
1995
Reise nach New York, USA.

01. April 1998
Das Fest zum 15. Geburtstag des Begegnungsladens ist die letzte Veranstaltung im alten Siloah – dann bleibt der Laden erstmals 6 Wochen geschlossen – wegen Umzugs ins neue Domizil in der Riesenfeldstraße in Milbertshofen. Die Vorteile: Ebenerdiger Eingang ohne Stufe/Rampe, deutlich mehr Bewegungsraum für Rollstuhlfahrer, gute MVV-Anbindung, Anpassung an unsere Bedürfnisse relativ problemlos(er) möglich, geographische Nähe zur Pfennigparade.

ab Juni 1998
Regelmäßig finden jetzt zwei Abende in der Woche statt, die mit teilweise neuer inhaltlicher Ausrichtung alsbald umbenannt werden in „Themenabend“ (Dienstag – Leitung: Susi Glas + Team) und „Bistro-Abend“, später: „Freitagstreff“ (Freitag – Leitung: Bettina Wagner + Team) – beides ist heute noch aktuell.

September 1998
Offizielle Einweihungsfeier unter dem Motto „In Bewegung bleiben“.

November 2001
Siloah bekommt eigene Homepage (mit Prof.Dr.-Ing. Andreas Karcher).

Aufschlussreiche Jubiläums- und Informationsveranstaltung „Arbeitskreis Behinderte“.

Mai 2003
Jubiläumsfest „20 Jahre Siloah“, mit italienischer Folkloregruppe, Buffet und vielem mehr.

ab September 2003
Auf den überraschenden Tod von Gert Gruber hin zeigt sich nach relativ kurzer Schock-Phase, dass der „Geist von Siloah“ auch ohne seinen „Gründervater“ weiterleben möchte, und es finden sich rasch etliche Freunde ein, die engagiert dabei mitmachen, diese Krise zu überwinden und Siloah in erneuerter Form weiterzuführen – wobei auch der Vorstand der FGC noch stärker als bisher in die konkrete Hintergrundarbeit einbezogen wird, insbesondere die Herren Gerhard Klemt und (zeitweise) Rudi Sackerer. Diskussionsrunden, Krisenüberwindungs- und Ausblick-Seminare – u.a. mit Prof. Dr.-Ing. Andreas Karcher und mit Werner Fack (Diakonie Nürnberg) – helfen den Siloah-Teams, Mitarbeitern und Freunden, eine Art in der neuen Realität fundierten Neubeginn zu schaffen.

ab März 2004
Die Sozialpädagogin Eva-Maria Heimann übernimmt (als offizielle Nachfolgerin von Gert Gruber) die pädagogische Gesamtleitung von Siloah – ein Glücksgriff, wie sich bald herausstellen sollte, denn sie versteht es, Kontinuität – von vielen der „Siloahner“ gewünscht – und Reformen – von vielen „Siloahner“ für wichtig erachtet – kompetent miteinander zu verbinden, neue Elemente einzubringen und rasch gute Kontakte zu Aktiven, Besuchern, FGC-Vorständen, wichtigen Verbänden und „offiziellen Stellen“ aufzubauen.

Juli 2008
Große 25-Jahr-Feier in der Aula der Pfennigparade unter dem Motto „Unterschiede schätzen – Gemeinschaft erleben“.