Podersdorf am Neusiedler See
Podersdorf am Neusiedler See
(17.09. - 24.09.2011)
Nach einem ruhigen Anreisetag kamen wir sogar eine Stunde früher als geplant an, so dass wir genug Zeit hatten, die Zimmer zu belegen und anzukommen. Bereits während der Hinfahrt konnten wir zwischen drei Hauptmenüs des Abendessens wählen. Nach dem sehr leckeren Essen spazierten viele von uns zu dem großen Weinfest, das an diesem Wochenende im Dorf stattfand und trafen uns dort zu einem fröhlichen Plausch.
Der erste Tag begann mit einem ausgiebigen Frühstücksbuffet. Um 10 Uhr versammelten wir uns beim Bus, da der Chef des Hotels sich freundlicherweise angeboten hatte, uns in den Nationalpark am Neusiedler See zu lotsen. Der Weg wurde ziemlich schmal – au Backe, ob das gut geht mit unserem riesigen Bus!? Der Gegenverkehr kam nur sehr mühsam vorbei, eine geeignete Parkbucht war nicht zu finden. Während die arme Gritt sich abrackerte, bestaunten wir hoch oben im Bus die weite, steppenartige Landschaft. Wie ein glattes Tuch lag eine große Salzlake des Neusiedler Sees ausgebreitet, umgeben von tausenden violett blühenden Salzastern. Mit viel Geduld und Glück fanden wir schließlich doch noch eine Parkgelegenheit, so dass wir gemütlich zur Aussichtsplattform wandern konnten. Das Wetter war herrlich! Auch zahlreiche Vögel konnten wir in der Ferne auf dem Wasser beobachten.
Anschließend besuchten wir das Dorfmuseum in Mönchshofen. Hier wurden liebevoll alte Werkzeuge, Möbel und Accessoires aus Urgroßmutters Zeit zusammengetragen und verschiedene Handwerksbetriebe, sowie Wohnräume und Ställe gezeigt. Bevor wir dann ins Hotel zurück fuhren, ließen wir uns die handgemachten Wachterln mit Kaffee schmecken. Zurück in Podersdorf hatten wir noch Zeit bis zum Abendessen, so dass einige von uns zum Baden gingen. - Das Hotel liegt wunderbarerweise direkt am Neusiedler See.
Leider wurde es am nächsten Tag ziemlich kalt und wir mussten uns für den Ausflug nach Eisenstadt warm anziehen. Dennoch hat uns das Städtchen mit seinem Schloss Esterhazy gut gefallen.
Am folgenden Tag stand ein besonderer Tagesausflug auf dem Programm: Sopron (gesprochen: „Schopron“, früher auch Ödenburg genannt), eine kleine gemütliche Grenzstadt in Ungarn. Kaum eine andere ungarische Stadt hat ihr von Mittelalter und Barock geprägtes Antlitz so gut bewahren können. Dort ließen wir uns von einem netten Führer die Stadt zeigen. Von den vielen Eindrücken doch ganz schön erledigt, erholten wir uns in einem sehr schönen Lokal mit ausgezeichnetem Essen. Abends im Hotel gab es dann Livemusik und Tanz. - Die Siloahner waren natürlich ganz vorn mit dabei und haben den anwesenden Senioren im Speisesaal richtig eingeheizt! Auch dem Personal hat dieser Abend offensichtlich richtig Spaß gemacht!
Nach dieser durchtanzten Nacht stand uns der nächsten Tag zu unserer freien Verfügung, da unsere Gritt, Busfahrerin und Straßencowboy, ihren verdienten Ruhetag hatte. So schliefen einige sich aus, während andere sich am stürmischen Wasser aufhielten und wie im Rausch mit den Surfern und Skypesurfern mitfieberten, die im Affenzahn am Ufer entlang bretterten und Saltos schlugen. Ich bekomme jetzt noch Herzklopfen, wenn ich daran denke! Diese Ecke am Neusiedler See ist ja die windreichste Gegend in Europa; durch das enge Donautal werden die Windströmungen wie in einer Düse verstärkt.
Gegen Mittag beruhigte sich das Wetter erstaunlich schnell, sogar die Sonne schien von einem blauen, stürmisch zerfetzten Wolkenhimmel, so dass die kleine Schiffsrundfahrt ein voller Genuss wurde. Gegen 16 Uhr gab es eine Kaffeejause im Hotel. Es war sogar so warm, dass auf der Terrasse aufgedeckt wurde. - Und was für eine Verführung: die Kuchen und Torten waren richtig lecker!! Da läuft einigen sicher heute noch das Wasser im Munde zusammen. Da am nächsten Tag der zweite große Tagesausflug anstand, es soll nach Wien gehen, besorgten sich alle im Laufe des Tages eine Brotzeit im Dorf. So lernten wir den Ort Podersdorf mit seinen für diese Gegend typischen, schlichten, bunten Häuschen kennen und trafen uns – wie sollte es auch anders sein, in einem Kaffee wieder.
Die Fahrt nach Wien verlief ohne Probleme und wir kamen gut dort an. In Wien selbst aber wurde es chaotisch: Die vielen engen Straßen, oft Einbahnstraßen, waren vollgestopft mit Autos. Außerdem gab es eine Demo in der Innenstadt, weshalb Straßen gesperrt waren. Die Stadtführung, die vom Bus aus durchgeführt wurde, geriet so zu einer echten Geduldsprobe. Als wir dann nach endlich aussteigen konnten, waren alle erleichtert, sich für eine Stunde die Beine in der Weaner Fußgängerzone vertreten zu können und frische Luft zu schnuppern. Das Wetter blieb uns hold, so dass wir gutgelaunt wieder ins Hotel zurück fuhren.
Der letzte Tag in Podersdorf gestaltete sich nach den Strapazen des vergangenen Tages angenehm ruhig, was von vielen dankbar angenommen wurde. Es fand eine Führung im Nationalpark am Neusiedler See statt. Wir besuchten die gleiche Salzlake wie am ersten Tag, doch diesmal von der gegenüberliegenden, dem Neusiedler See zugewandte Seite. Mit dem Bus fuhren wir hin und erfuhren viel Interessantes über die Entstehung des Neusiedler Sees und auch, warum sein Wasser leicht salzhaltig ist. Daraus ist eine besonders vielfältige und faszinierende Artenvielfalt entstanden. Viele zehntausende Gänse überwintern hier, da der Winter durch den See sehr mild ist. Wenn sie dann an einem Tag aufbrechen, nach Süden, muss das ein imposanter Anblick sein!
Nach der fröhlichen und anschaulichen Führung beschloss ein Großteil zu Fuß zurückzugehen, da es zum Hotel nicht allzu weit weg war. Unterwegs lud uns eine romantische kleine Winzerei am See mit sonniger Terrasse zu einer Brotzeit ein.
Am letzten Abend im Hotel verwöhnte uns die Wirtsfamilie mit einer zünftigen Brettljause und wir erfuhren bei einer feuchtfröhlichen Verkostung alles über die einheimischen Weine des Gebietes am Neusiedler See.
Tja, die Siloahner sind halt richtige Genussbolzen! Euch bis zum nächsten Bericht alles Gute!


